Daran könnte sich Tübingen ein Beispiel nehmen!

Written by schmart on January 26, 2007 – 4:01 pm

Aussteigerprojekt: Ich bin ein Bursche, holt mich hier raus – UniSPIEGEL – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten

“[...] Rico Rokitte ist Referent für Antirassismus im StudentInnenRat (Stura) der Universität Leipzig. Er leitet das Aussteigerprojekt “Presence”, das in seinen Broschüren verspricht, Mitgliedern von Studentenverbindungen beim Ausstieg zu helfen. [...] Der Stura meint es ernst. “Wir wollen hier nicht alle Burschenschaften über einen Kamm scheren”, sagt Rico Rokitte. “Aber aus Vorfällen der Vergangenheit ist bekannt, dass einige dieser Gruppen sexistische, nationalistische und rassistische Tendenzen aufweisen.” [...] Der Stura traut angehenden Akademikern scheinbar nicht zu, sich selbst ein Urteil über studentische Korporationen zu machen”, wettert Michael Schuster von der Burschenschaft Germania über die “naive Sorge des Stura um die Kommilitonen”. Es habe bislang keinen Fall gegeben, in dem ein Mitglied einer Leipziger Verbindung Nachteile aus einem Austrittswunsch zu erleiden hatte – abgesehen davon, dass derjenige, der eine solche Gemeinschaft aufgebe, dadurch schon genug gestraft sei. [...] Inzwischen sind Burschenschaften auf der Studentenstraße nicht mehr zugelassen – nach einer Stura-Satzungsänderung dürfen nur noch Gruppen teilnehmen, die offen für alle Studierenden sind. Da fallen Verbindungen, die nur männliche Mitglieder zulassen, von vornherein heraus. Viele Burschenschaften, etwa die Germania, nehmen zudem keine Wehrdienstverweigerer oder Ausländer auf. [...]“

So, genug zitiert. Als ich hier in Tübingen mit meinem Studium anfing, war mir sehr wenig über Burschenschaften bekannt. Da diese in Tübingen jedoch sehr präsent sind (Stocherkahnrennen, Maisingen) änderte sich das relativ schnell. Obwohl man dann doch eine Zeit lang versucht seinen Vorurteilen nicht gerade freien Lauf zu lassen, bestätigt ein Großteil der Burschenschaftler fast jedes Vorurteil das man über sie hat. Die meisten sind mir inzwischen derart unsympathisch, dass ich jeden, der Umgang mit ihnen pflegt erst mal schief anschaue. Es mag ja sein, dass eine Verbindungsparty was schönes ist, aber im Kopf habend, was bei Burschenschaftlern so alles läuft, geh ich da dann doch lieber nicht hin.
Was jedoch in Tübingen viel schlimmer ist, als die sowieso schon ständige Präsenz der Burschis, ist dass sie offen ihre Farbe tragen, teilweise sogar in voller Ausrüstung durch die Gegend stolzieren! Und das obwohl das Farbentragen auf dem Universitätsgelände nicht gestattet ist. Scheinbar kratzt es nur keinen, vielleicht sollte das Verbot langsam mal durchgesetzt werden – jetzt haben wir ja einen neuen Rektor. Wenn sich genügend Personen zusammenfinden würde um jeden farbentragenden Burschi spontan auszulachen, dann würde sich das Farbentragen aber vielleicht auch ganz von alleine geben…..


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