Da wir heute abend einen festen Termin in Kameoka, einem Vorort von Kyoto hatten, fuhren wir gleich in diese Richtung ab. Wir waren am Abend bei Jeannines Gastfamilie zum Essen eingeladen. Also sind wir gleich mal Richtung Arashiyama aufgebrochen. Hier gab es auch wieder einen Tempel, den Tenryuji, zu bestaunen. Diesmal einen, der auch einen wunderschönen Garten hatte. Wir entschlossen uns nur den Garten anzuschauen. Da es mal wieder sehr warm war, machten wir mal wieder viel Gebrauch von Getränkeautomaten. Im Garten des Tempels gab es leider keinen Automaten, so das wir mit der Zeit doch sehr durstig waren. Der Garten zog sich an einem Hang entlang und auch ein wenig hinauf. Die Wege lagen größtenteils im Schatten und es gab auch immer wieder Sitzgelegenheiten. Alleine schon die Gartenanlage lohnt einen Besuch in Tenryuji. Echt schön, ich hoffe mal die Fotos sind auch aussagekräftig genug.
Nachdem wir uns an dem Garten satt gesehen hatten, zogen wir dann zur Togetsukyo Brücke weiter. Die Brücke geht über Oi und führt an einen Ort der wohl eines der berühmtesten Fotomotive Japan abgibt. Es aber ist auch ein sehr schöner, malerischer Ort. Da wir nun noch einiges an Zeit übrig hatten, liefen wir wieder Richtung Tempel. Denn dort gibt es noch einen Bambuswald den wir uns anschauen wollten. In der Nähe des Waldes gibt es dann auch eine Bahnstation von der aus man mit einer “Romantic Train” fast bis nach Kameoka fahren kann. Der Zug fährt dann am Oi entlang und ist nur wenig durch Tunnels unterwegs. Da mein Fotoakku allerdings schon wieder fast leer war, konnte ich leider keine Fotos mehr machen. Die Fahrt war angenehm, auch wenn der Zug voll war. Kaum eingestiegen kam eine Japnerin mit einer Polaroid Sofortbildkamera auf uns zu und fragte ob wir ein Foto von uns kaufen wollen. Nee, wollten wir nicht. Daraufhin ging sie dann gleich zu der nächsten Gruppe weiter. Irgendwann stieg dann auch noch ein kostümierter Japaner ein. Er sollte wohl so etwas wie einen Affen darstellen. Immerhin leben auf den Bergen zwischen Kyoto und Kameoka wilde Affen. An der Endhaltestelle nagekommen, mussten wir den Bahnhof wechseln und noch eine Station bis Kameoka fahren. Dort ging es dann zu Taniuchi (Jeannines Gastfamilie).
Kaum angekommen, zeigte uns Jeannines Gastbruder Kazuki erst mal eine Sammlung an verpuppten Seidenraupen bzw. nur noch den Hüllen. Total schön, die einen in weiß, die anderen in Gelb, je nach Geschlecht der Raupe. Kazuki steht eh total auf Insekten. Sein Vater hat mit ihm zusammen eine beträchtliche, lebende Sammlung auf dem Dachboden stehen. Kazuki war an diesem Tag gerade dabei seinen ersten Milchzahn zu verlieren. Irgendwie sind Kinder doch überall gleich, er spielte mal den ganzen Abend daran herum. Als Jeannine allerdings die Bindfaden-Methode erklärte (Bindfaden an Zahn und Türe, Türe zuschlagen), schauten sowohl Kazuki als auch Noriku (Jeannines Gastmutter) etwas entsetzt. Kaum war Ichiro (Jeannines Gastvater) nach Hause gekommen gab es auch schon Sukiyaki zu essen. Dazu gab es für mich mein nächstes japanisches Bier. Diesmal eines von Yebisu, noch dazu ein dunkles…lecker
Nach dem Essen ging es dann in das oberste Stockwerk, ich durfte mir mal Jeannines ehemaliges Zimmer anschauen und wir warteten darauf, dass das Feuerwerk das heute sein sollte startete. In der Wartezeit kam dann noch einiges an Besuch an, Frauen mit Kindern. Ausländer in Japan scheinen ein starker Reiz für Kleinkinder zu sein. Auf alle Fälle war da eine dabei die uns immer aus großen Augen anstarrte und sich von Jeannine zum Melonenessen inspirieren lies. So gegen 22 Uhr mussten wir dann auch schon wieder Richtung Bahnhof. Jeannine verbaschiedete sich dann noch von ihrer Gastfamilie und Ichiro lief mit uns an den Bahnhof.