Was sich im ersten Moment etwas anrüchig anhört ist eigentlich harm­los. Das Konzept der Love-Hotels ist sehr ein­fach. Tagsüber kann für eine “Rest” ein Zim­mer Stun­den­weise oder bes­timmte Zeiträume gemietet wer­den. Die Zim­mer sind meist sehr üppig aus­ges­tat­tet, haben ein größeres Bad und auch eine Bade­wanne. Zur Stan­dar­d­ausstat­tung gehören Kon­dome, (Einmal)Zahnbürsten, Ein­mal­rasierer, alles mögliche an Pflegelo­tio­nen, ein Fernse­her mit Kanälen zu Erwach­se­ne­nun­ter­hal­tung, Erwach­se­nen­spielzeug und ein großes Bett. Über Nacht kön­nen die Zim­mer (meist ab 22 Uhr bis 10 oder 12 Uhr des näch­sten Tages) als “Stay” gemietet wer­den. Dann sind die Zim­mer ver­gle­ich­sweise gün­stig. Die Stay-Zeiten hän­gen jedoch sehr von den Hotels und den Wochen­t­a­gen ab.
Die Idee hin­ter der ganzen Sache ist es japais­chen Pärchen das höch­ste Maß an anonymität zu erlauben das möglich ist. Wer mit dem Auto kommt fährt in eine Tief­garage, stellte ein Schild so hin­ter sein Auto, dass das Num­mern­schild nicht mehr les­bar ist, geht dann in das Hotel und wählt sich per Knopf­druck ein Zim­mer. Das geht alles ohne einer Men­schenseele zu begeg­nen. Im Zim­mer hängt manch­mal ein Automat an dem man beim Auschecken bezahlen kann, manch­mal zahlt man auch an der “Rezep­tion”. Die “Rezep­ton” besteht dann aus einer Platte, die kom­plett mit schwarzer Folie überklebt ist. In dieser Platte ist unten ein Öffnung ange­bracht, durch die man das Geld und die Zim­merkarte schieben kann. Auf alle Fälle kann sich das Pärchen dann ungestört vergnü­gen. Wer jetzt gle­ich loss­chreit, dass das ja Seit­en­sprünge fodert, der muss daran denken, dass japanis­che Häuser sehr hell­hörig sind und Kinder eher länger als in Deutsch­land bei ihren Eltern wohnen. Von daher ist ein Love-Hotel oft die beste Möglichkeit ungestört zu sein. Einen Nachteil haben diese Hotels jedoch: Ein­mal im Zim­mer kommt man nicht mehr raus. Wer raus­geht muss auch ganz gehen. Man kann sich aber alles mögliche an Essen und Trinken auf das Zim­mer bestellen.

Für Touris­ten haben solche Hotels einen Reiz, wenn sie als Pärchen unter­wegs sind und nur für eine Nacht ein Zim­mer suchen. Dann kann man ein­fach so ab 22 Uhr abends mal schauen was es so an freien Zim­mern gibt. Das schöne an Love Hotels ist, dass eines sel­ten allein kommt und man so oft die Qual der Wahl hat. Da die Zim­mer doch ziem­lich lux­u­riös sind und oft bis in die Mit­tagsstun­den belegt wer­den kön­nen laden sie regel­recht zum Auss­pan­nen ein. Es lohnt sich wirk­lich! Sin­nvoll ist es jedoch, wenn wenig­stens einer ein wenig japanisch kann und vielle­icht auch eine “Alien Reg­is­tra­tion Card” (also einen Aus­län­der­ausweis) hat — das erle­ichtert die Sache dann doch sehr. Nachteil dieser Art von Hotels: Man kann das Gepäck nicht bis abends ste­hen lassen und dann erst abholen.…