In Tokyo gibt es ein Dis­ney Resort. Jean­nine meinte, es sei das erste Resort ausser­halb der USA gewe­sen. Grund genug für uns dahin zu gehen? Na ja, nicht wirk­lich. Wir woll­ten uns da eigentlich kurzfristig entschei­den. Auf ein­mal waren wir dann aber drin, gelich an unserem ersten Tag in Tokyo. Und das nach­dem wir die Nacht in einem Bus gesessen waren, nicht geduscht hat­ten, noch nicht im Hotel eingecheckt hat­ten und auch ziem­lich fer­tig waren. Na ja, wenig­stens kon­nten wir das Gepäck im Hotel abstellen. Aber wie kam es nun zu diesem Besuch?

Alles fing einen Tag früher, noch in Kyoto, an. In Kyoto stiegen wir gegen 23 Uhr in einen Übernacht­bus nach Tokyo. Dieser Bus fuhr von Kobe ins Dis­ney Resort Tokyo. Da er unter­weges in Osakam, Kyoto und un Tokyo am Bahn­hof Tokyo (nee, nicht der wichtig­ste oder größte Bahn­hof) hielt, war er für uns das Mit­tel der Wahl bil­lig nach Tokyo zu kom­men. 7.200 Yen kostete der Bus pro Per­son, dafür sparten wir uns ein Hotelz­im­mer. Da es in Japan oft üblich ist die Kli­maan­la­gen auf kalt zu stellen, packte ich mir meinen Pulli aus dem Ruck­sack und nahm ihn mit in den Bus. Dann gings auch schon los. Um 7:20 Uhr waren wir dann am Bahn­hof Tokyo. Da der Bus schon 20 min Ver­spä­tung hatte, hat­ten die es sehr eilig uns aus dem Bus auszu­laden und weiter zu fahren. Dieser Bahn­hof spielt keine wirk­lich wichtige Rolle mehr, daher gibt es dort auch keinen Bus­bah­nof und wir wur­den nur am Strassen­rand abge­setzt. Nicht weiter wild. Da ich aber doch noch etwas muede war und auch etwas überrascht, dass wir schon da waren, kotrol­lierte ich zwar mein Handgepäck nach Papieren und Geld­beu­tel, packte meinen Hut und stolperte aus dem Bus in einen weit­ere war­men Tag. Kaum war der Bus weg, Jen­nine und ich auf der Suche nach einem Star­bucks (nicht wegen des Kaf­fees, son­dern wegen der großen Toi­lette) fiel mir ein, dass ich meinen Pulli im Bus liegen lassen hatte.
Da stand ich nun also, ohne Pulli und wir beide ziem­lich rat­los wo wir denn nun da anrufen müssen. Na ja, erst mal ab in den Star­bucks, Kaf­fee und was zu essen. Jen­nine ver­suchte dann im Reise­büro in Kyoto anzu­rufen, die waren aber noch nicht da. Kaum sassen wir am Tisch, klin­gelte Jen­nines Handy. Einer der Bus­fahrer rief an. Das war ja schon mal super. Wenn Japaner nicht die Eige­nart hät­ten mit Kun­den Keigo — ein sehr höfliches und schwer ver­ständliches japanisch — zu reden, dann wären jetzt quasi fast alle Prob­leme lös­bar gewe­sen. Da Jen­nine zwar japanisch spricht, aber Keigo nicht gut ver­steht, der Bus­fahrer sich aber weigerte ein­fache Sätze zu ver­wen­den und langsam zu reden, ran­nte Jean­nine dann zu einer Verkäuferin im Star­bucks. Die sprach dann mit dem Bus­fahrer und han­delte wohl auch einen Tre­ff­punkt aus. Der Tre­ff­punkt war dann zwis­chen 21 Uhr und 21:30 Uhr, am Goofy Bus­park­platz des Dis­ney Resorts — gegenüber einer Doughnut-Bude. Damit hat­ten wir ein Prob­lem: Wie brin­gen wir die Zeit bis 21 Uhr rum und wie kom­men wir ans Din­sey Resort? Na gut, da wir ja eh mal schauen woll­ten, ob wir reinge­hen oder nicht, entschlossen wir uns dann also heute hinzuge­hen. Davor mussten wir aber unbe­d­ingt noch duschen. Nach­dem ein Sento in der Nähe des Hotels erst um 13 Uhr öffnete, lan­de­ten wir dann in einem Manga/Internetcafe (eben jenes aus dem ich schon schrieb), duschten da und fuhren dann ins Dis­ney Resort.
Dort angekom­men ging die Suche nach dem Tre­ff­punkt los. Erst mal die Skizze auf dem Busticket ver­ste­hen. Da bekam ich dann erst mal einen Ein­druck von der Hil­fs­bere­itschaft der Japaner. Wir gin­gen in ein Stat­d­ver­wal­tungs­büro und fragten da nach. Die riefen dann wieder irgendwo an, nur um her­auszufinden, dass wir ins “Wel­come Cen­ter” gehen soll­ten und da nach­fra­gen. Nach­dem wir dann ver­sicher hat­ten, dass wir wis­sen wo das ist, brachte uns eine der bei­den hil­fs­bere­iten Damen noch bis zum Ein­gang. Im “Wel­come Cen­ter” kon­nte man uns dann auch schnell weiter helfen. Wir sind dann noch in einen Com­bini, was zu essen und was zu trinken holen; dann ging es los den Bus zu suchen. Wir woll­ten bevor wir ins Din­sney Resort gehen eben noch schauen wie weit der Tre­ff­punkt vom Ein­gang ent­fernt ist. Auf dem Weg zu dem Bus­park­platz ver­loren wir dann prompt das Ticket mit der Skizze und stell­ten fest, dass wir die Noti­zen im Hotel liegen lassen hat­ten. Nach­dem sich Jean­nine aber noch anGoofy und Dougnuts erin­nern kon­nte, fan­den wir zumin­d­est mal den Park­platz und den Fress­stand. Nach­dem wir soweit waren gin­gen wir dann ins Dis­ney Resort.
Da das Dis­ney Resort mein erstes war, kann ich darüber nicht viel erzählen. Aber eines kann ich sicher sagen: So wie einem die Japan da im Weg rum­standen und wie sei einen über den Haufen ran­nten habe ich noch nie erlebt. Sonst sind sie doch eher ein wenig vor­sichtiger. Von U-Bahnen mal abge­se­hen. So gegen 2030 waren wir auf alle Fälle wirder am Doughnout-Stand und fin­gen an unseren Bus zu suchen. Net­twer­weise hatte er immer noch die selbe Num­mer wie auf der Her­fahrt. Daher fan­den wir ihn dann rel­a­tiv schnell. Um 21 Uhr kamen dann auch die bei­den Bus­fahrer. Die bei­den wirk­ten erle­ichtert, dass es geklappt hat. Wir beide waren auch froh und entschuldigten uns erst mal für den ganzen Stress. Und ich hatte meinen Pulli wieder!