Heute stand unser Ausflug nach Kamakura an. Wir fuhren also mal wieder nach Shibuya, suchten Kamakura auf der Preistafel und fanden den Ort nicht. Yokohama war drauf. Also lösten wir erst einmal nach Yokohama und zahlten in Kamakura dann nach. Im Gegensatz zu Deutschland ist das in Japan kein Problem und oft gesehen.
In Kamakura angekommen, zogen wir erst mal los einen Kaffee zu suchen. Leider war alles verhältnismäßig teuer, Naherholungsgebiet eben. Am Ende blieb uns nur noch den schon sehr früh gesichteten Star-Bucks aufzusuchen. Durch einen Kaffee gestärkt und mit einer Karte ausgestattet machten wir uns auf Kamakura zu erkunden. Karten bekommt man in Japan am besten bei Touristeninforamtionen die es an fast jedem Bahnhof gibt. Die in Kamakura war aber so klein und unscheinbar, dass wir sie erst durch fragen fanden.
Als erstes schauten wir uns den Hase-Tempel an. Das hat nichts mit dem Tier zu tun! Der Tempel selber liegt auf einer Anhöhe von der aus man einen schönen Blick über Kamakura hat und auch den Pazifik sieht. Wir schauten uns hier nur den Garten an, der wie in vielen Tempeln sehr schön ist und auch oft zum verweilen einlädt. Auf dem Gelände befindet sich noch eine kleine Höhle in der lauter kleine Figuren aufgestellt sind. Wohl um Buddah um irgendwelche Gefallen zu bitten. Die Höhle selber ist auf alle Fälle ein Besuch wert, niedrig, feucht und vor allem kühl! Aber eben auch mal ganz interessant zu sehen.
Danach zogen wir weiter zum Daibutsu. Nachdem wir in Nara schon eine große Buddah-Statue gesehen hatten, sahen wir hier eine weitere, diesmal aber im Freien. Schon beeindruckend diese riesigen Bronze-Statuen. Als nächstes stand ein Besuch in einem Tempel mit Bambuswald an. Hier bekam ich meinen ersten Match zu trinken. Matcha wird aus pulverisierten Teeblättern hergestellt und dann mit warmem Wasser und Pinsel aufgeschäumt. Jeder, der grünen Tee mag, sollte Matcha zumindest mal versuchen. Im Grünteeeis ist Matcha übrigens auch drin.
Wir entschlossen uns, diesmal durch einen Tee gestärkt, zu Fuß zum Strand zu laufen. Auf dem Weg stießen wir auf ein Schild, das eindeutig ein Verbotsschild war. Es war vor einem Pass über einen Berg angebracht. Nur keiner, die Japaner die davorstanden eingeschlossen, konnten mit dem Schild so richtig was anfangen. Ein älterer Herr machte uns dann aber unmissverständlich klar, dass wir diesen Weg begehen können, da er nur für Autos gesperrt sei. War wohl mal ein Steinschlag oder so runtergekommen. Auf alle Fälle suchten wir uns dann durch ein japanisches Wohnvirtel einen Weg zum Strand von Kamakura.
Am Strand suchten wir uns dann erst mal eine Umkleide und Dusche mit Schließfach. Gar nicht so einfach. Irgendwie gehörte alles zu irgendwelchen Kneipen oder so. Wir beschlossen dann einfach mal den doofen Touristen zu spielen. Nachdem wir uns umgezogen und einen Platz am Strand gesichert hatten gingen wir auch in den Pazifik und planschten da ein wenig. So richtig schwimmen war irgendwie nicht angesagt. Aber das Wasser tat unheimlich gut. Von der untergehenden Sonne getrocknet, spülten wir uns in der Duschen neben den Schließfächern das Salz von der Haut. Als ich dann auf Jeannine wartete kam ein junger Japaner zu mir und begrüßte mich erst mal auf japanisch! Ich schaute dann erst mal wie ein Auto. Da kam dann aber gleich die Frage hinterher ob wir nachher noch was trinken würden. Die Frage kam sogar auf passablem Englisch.
Na gut, auch kein Problem. Wenn die Bezahlung für die Dusche aus einem Cocktail oder Longdrink am Pazifik bei untergehender Sonne sein sollte, war uns das nur recht. So kamen wir vor der Rückfahrt nach Tokyo noch in den Genuß einen Longdrink zu trinken, dabei auf den Pazifik zu schauen, den Klängen einer Musikgruppe zu lauschen und den Sonnenuntergang zu bewundern. Na ja, Sonnenuntergang ist gut. Da Japan doch einiges näher am Äquator liegt als Deutschland, geht die Sonne sehr schnell unter.