Heute ist unser let­zter Tag in Tokyo. Von der ständi­gen Hitze geschlaucht und auch dauernd ver­schwitzt, woll­ten wir heute nicht allzu viel Zeit an der „frischen“ Luft ver­brin­gen. Und da mor­gen der stres­sige Teil unser Japan­reise anbricht, erhohlten wir uns heute erst mal ein wenig im Hotel.
Danach fuhren wir mit U-Bahn und Per­so­n­en­boot zum „Mar­itime Sci­ence Museum“. Das Museum selbst liegt in der Tokyo Bay und ist alles andere als lang­weilig. Also zumin­d­est glaube ich das. Da vieles nur auf japanisch beschrieben und erk­lärt war, brachte mir der Besuch doch eher wenig. Immer­hin war manches auf Englisch beschrieben und einen englis­chen Falt­plan gab es auch. Auf alle Fälle war das Museum ein Beispiel dafür, dass Museen auch inter­ak­tiv sein kön­nen. Es gab zum Beispiel ein „Question&Answer“ Spiel. Dazu set­zten sich die Spieler vor eine große Lein­wand und spiel­ten dann in Grup­pen gegeneinan­der (glaube ich jetzt mal ;) ). Auf alle Fälle gab es an jedem Sitz die Möglichkeit per Taste eine Antwort­möglichkeit auszuwählen. So etwas wün­sche ich mir in Deutsch­land manch­mal auch. Na gut, ich war schon lange nicht mehr in tech­nis­chen Museen, mich trieb es in let­zter Zeit eher in andere, vielle­icht hat sich da ja was geän­dert. Nach­dem wir dann wieder per Wasser­bus zur „Han­oden Pier“ und dann mit der U-Bahn ins Hotel sind machten wir uns auf die Suche nach was essbarem.

Da Tokyo für frisches Sushi bekannt ist, set­zten wir uns in den Kopf Sushi essen zu gehen. Da es jedoch so eine Sache ist blind einen Sushiteller zu bestellen woll­ten wir Laufband-Sushi (oder besser: Kaiten Suushi) essen gehen. Nun meint man, dass es ja wohl kein Prob­lem sei in Japan ein Kaiten Sushi zu finden. Wir wan­derten auf alle Fälle ziel– und plan­los durch die Strassen von Asakusa. Auch durch die Sushi-Straße. Zwar prangte an einiges Eingän­gen das ??, aber wie soll man sagen. Da waren immer wieder lecker anzuschauende Sushiplat­ten abge­bildet, aber was da einem denn nun serviert wurde, war lei­der nicht ersichtlich. Nach­dem wir nun schon ein wenig frus­tri­ert ein­mal kreuz und quer durch den Block gestiefelt waren, liefen wir wieder an einer Schlange von Men­schen an einem Restau­rant vor­bei. Wir hat­ten sowohl die Schlange als auch das Restau­rant schon gese­hen, aber dies­mal standen wir auf der anderen Straßen­seite und kon­nten so einen Blick hinein­wer­fen. Im näch­sten Moment stell­ten wir uns auch an. Hier gab es: Kaiten Sushi! Wir standen dann etwa so 30 min draußen an und wis­chten uns den Schweiß mit aus­liegen­den kalten und nassen Baum­wolltüch­ern ab. Drin­nen saßen wir dann nochmal so 15 min an und dann durften wir ran an das Band. Bevor wir zuschlu­gen vergewis­serten wir uns nochmal was denn welcher Teller kostete. Die Teller hat­ten unter­schiedliche Far­ben und je nach Farbe wurde der Preis bes­timmt. Dazu hab es dann noch Tee umsonst und wir leis­teten uns auch noch einen Sake. Alles zusam­men war super lecker. Mal schauen ob ich mich in Deutsch­land jemals wieder zum Sushi essen überre­den kann. Der Ham­mer dieses Tages stand uns aber noch bevor.
Nein, es war nicht etwa die Rech­nung. Vor dem Restau­rant spielte irgend­je­mand Drehleier und Sang dazu auf deutsch. Das war ja an sich schon überraschend genug. Aber als sich dann in dem Restau­rant noch ein Nieder­län­der neben uns set­zte und uns fragte wie sich denn die Preise zusam­menset­zen war es wirk­lich ulkig. Jean­nine hatte den Nieder­län­der zwei Wochen zuvor in Kyoto ken­nen gel­ernt. Zwei Wochen später setzt er sich also aus­gerech­net in einen Sushi Restau­rant irgendwo in Tokyo direkt neben uns. Wir haben alle erst mal ungläu­big geguckt und dann gelacht.