Über unsere Ankunft und den ersten Ein­druck von Hiroshima an diesem 16. August, 64 Jahre nach der Kapit­u­la­tion Japans im 2. Weltkrieg, habe ich ja schon ein wenig geschrieben. Wir machten uns, nach­dem wir unser Zim­mer im J-Hoppers bezo­gen hat­ten, auf den Weg die Ereignisse in Hiroshima vor 64 Jahren und ein paar Tagen zu erkun­den. Wir gin­gen in den „Peace Memo­r­ial Park“ in dem die zen­trale Gedenkstätte der Atom­bombenopfer, der Atom­bomen­dom und das Museum sind. Auf dem Weg dor­thin, mussten wir an schw­eren Straßensper­ren vor­bei, eben wegen dieser erwäh­n­ten Demon­stra­tion der Unver­nunft.Nach­dem wir den wirk­lich sehr schön angelegten Park erkun­det hat­ten, machten wir uns auf den Weg in das „Hiroshima Rest­house“. Nein, das ist kein Hotel, mehr eine Touris­ten­in­for­ma­tion mit Sou­ve­nier­laden und vor allem ist es kli­ma­tisiert. Dort deck­ten wir uns erst mal mit Getränken ein und zogen dann zum Atom­bomben­dom, der direkt unter „Point Zero“ steht und früher ein­mal die Han­dels– und Indus­triemesse darstellte. 600 m über diesem Punkt explodierte die erste, mil­itärisch genutzte Atom­bombe. Irgend­wie bek­lem­mend, wenn man vor dieser Ruine steht, sich wun­dert, wie dieses Gebäude der Explo­sion und der Hitze stand­hielt; und sich nun, nicht wirk­lich lange Zeit nach der Atom­ex­plo­sion, Trauben von Touris­ten um das Gebäude scharen. Nach diesem Ein­druck ging es weiter in die „Hall of Remem­ber­ance“, eine unterirdis­chen Halle mit einem umlaufenden Panoram­a­bild­nis der Stadt nach dem Atom­bomben­ab­wurf. Selbst hier ist noch ein bek­lem­mendes Gefühl vorhan­den. Im Ein­gangs­bere­ich dieser Halle besteht die Möglichkeit sich auf elek­tro­n­is­chem Weg eine große Menge an Aufze­ich­nun­gen in Ton, Bild und Schrift zugänglich zu machen. Fast alles war min­destens mit englis­chen Unter­titeln verse­hen. Sehr inter­es­sant und sicher Mate­r­ial um dort Jahre zu ver­brin­gen.
Als näch­stes Stand das Museum auf dem Pro­gramm. Hier geht aus Haupt­säch­lich um die Rolle Hiroshi­mas in den diversen Kriegen die Japan geführt hat. Was schein­bar sehr überraschend war, einige Angaben waren „kri­tisch“ hin­ter­fragt. So wurde zwar eine niedrige Opfer­zahl in dem ein oder anderen Krieg/Massaker angegeben, aber es wurde auch geschrieben, dass je nach Quelle die Zahlen stark vari­ieren. Anson­sten drehte sich das Museum um die Geschichte der Atom­bombe und der Auswirkung. Es gelang sogar die schwierige Grat­wan­derung zwis­chen eige­nen Gräueltaten und den Gräueltaten der bei­den Atom­bomben­ab­würfe einiger­maßen gut. Eher sel­ten, hatte man den Ein­druck, dass ver­sucht wurde sich zu arg als Opfer hinzustellen. Aber alles in allem ist diese Anlage wirk­lich sehenswert. Beson­ders die Gegen­stände oder auch kon­servierten Kör­per­tiel (nein keine Leichen, eher Fin­gernägel und so) waren interessant.

Abends gin­gen wir dann Okonomiyaki essen. Das ist sowas ähnliches wie Pfannkuchen – ja schlagt mich nur ;) eigentlich ist es was ganz anderes. Auf alle Fälle wird ein dün­ner, run­der Teig ange­braten, dann kom­men Kraut, Speck uns so weiter drauf, dann nochmal ein Teig als Deckel, dann wird es von bei­den Seiten nochmal ange­braten und mit einer speziellen Soße serviert. Super lecker. Und auch das „Restau­rant“ war sehenswert. Eigentliche ein Hochhaus und in jeder Ebene waren unzäh­lige „Stände“ die alle mehr oder weniger das gle­iche Gericht her­stell­ten. Da es in dem Fall keine abge­tren­nte Küche gab, war es war, es roch kräftig nach Essen und überhaupt war die Atmo­sphäre total angenehm. Gegessen wurde na klar mit Stäbchen.