Nach dem wir uns entschlosssen hat­ten in die Jazz-Bar zu gehen fing der lustige Teil es Abends erst an. Wir gin­gen Rich­tung Ein­gang und übersa­hen dabei, dass im Gang Bewe­gungsmelder instal­liert waren. Uns kamen dann auch Prompt Bar-Keeper mit Fliege und Weste als auch 2 Damen in Abend­klei­dern ent­ge­gen. Die erste Frage die uns durch den Kopf schoss und die Jean­nine dann stellte: „Wie teuer?“ Da kam dann nur, 800 Yen pro Per­son + Getränke. In Japan wird bei Bars meiste ein Start­preis gezahlt, der dann für 90 Minuten gültig ist. Hmm…ok, das gön­nen wir uns heute. Kaum saßen wir an der Bar, beka­men wir erst mal jeder in Glas Wasser mit handgeschla­ge­nen Eiswür­feln. Nach­dem wir die englis­che(!) Getränkekarte zweimal durchgeschaut hat­ten und immer noch nichts gefun­den hat­ten kam die Frage des Bar-Keepers was wir denn gerne trinken wür­den. Zu diesem Zeit­punkt war schon bekannt, dass Nin ein wenig japanisch kon­nte und ich nur englisch ver­stand. Wir mein­ten dann, dass wir gerne Rotwein trinken. Tja und da tauchte der Herr hin­ter der Bar ab und brachte eine Falsche franzö­sis­chen Bor­deaux zum Vorschein. Ich glaube der war aus dem Jahre 2005. Also nichts super edles, aber doch sicher was besseres. Wir schluck­ten dann erst mal und überlegten uns ob wir uns das leis­ten kön­nen. Immer­hin stand der Wein nicht auf der Karte. Er grin­ste nur und meinte wir wür­den da dann schon eine Lösung finden. Zuerst durfte ich einen Schluck pro­bieren, nach­dem ich dann meinte, dass der Wein gut sei wurde uns eingeschenkt.
Jetzt ist das in Japan so, dass man die Unter­hal­tung gle­ich mitzahlt, daher hat­ten wir eine der Damen bei uns ste­hen die uns mit Obst­salat und Knab­bereien (so was ähnliches wie Mikado) ver­sorgte uns sich nicht so recht traute sich mit uns zu unter­hal­ten. Auch wenn ihr Chef meinte, dass japanisch auch gehen würde. Inzwis­chen war noch eine Gruppe Japaner gekom­men. Wir waren erst mal froh, dass die nicht ger­ade in Anzü­gen kamen. Immer­hin hat­ten wir noch kurze Hosen und T-Shirts an und kamen uns schon under­dressed vor. Auf alle Fälle wur­den dann die bei­den Bar­damen aus­ge­tauscht. Die neue Bar­dame fragte dann auch hin und wieder was, Jean­nine überset­zte mir dann und wir durften auch das ein oder andere an Erleb­nis­sen in Japan erzählen. Während unserer Unter­hal­tung kam eine Klavier­spielerin, die live spielte. Das hatte dann zur Folge das wir uns nochmals fragten ob wir genü­gend Geld dabei haben. In dem Gespräch mit der Bar­dame wur­den wir so als Ein­stieg gefragt woher wir den kämen und wieso nach Japan. Jean­nine erzählte dann eben von ihrem Auf­baus­tudium und auch das wir aus Deutsch­land kämen. Das hatte dann zu Folge, dass nach dem Ende des Klavier­stückes auf ein­mal die deutsche Nation­al­hymne aus den Laut­sprech­ern erschallte. Er hatte die schein­bar auf CD da, weil er klas­sis­che Musik schön fände und die Hymne eben schön sei. Die Geschichte mit meinem Pullover wur­den wir an diesem Abend na klar auch los, auch unsere Prob­leme ein Bar zu finden wur­den sehr inter­essiert aufgenom­men. Das sorgte dann doch für Gelächter (vor allem nach­dem unser Gast­ge­ber diese Geschichte an seine anderen Kun­den weit­er­gab). Auf die Frage ob Jean­nine denn in Kyoto auch mal Geishas gese­hen hätte, entspann sich ein Dia­log an dessen Ende sich her­ausstellte, dass wir ger­ade von einer aus­ge­bilde­ten Geisha bedi­ent wur­den. Ja, in Mat­suyama sind, wegen des berühmten Onsen, Lehrer für alle Kün­ste vorhan­den. Schluck, da war sie wieder die Frage nach dem Geld.
Nach ca. 90 min und einer ¾ Flasche Wein entschlossen wir uns dann zu zahlen. Uns wurde zwar mehrmals ver­sichert, dass wir eine Abmachung hätte und usn ein Son­der­preis gemacht wird. Nur wussten wir nicht so recht was für eine Abmachung wir hat­ten. Wahrschein­lich bestand sie daraus über Erleb­nisse in Japan zu erzählen. Am Ende zahlten wir 2000 Yen (ca. 12 Euro).
Eigentlich hat­ten wir min­destens mit dem dop­pel­ten gerech­net. Wir wur­den dann auch noch bis in Erdgeschoss begleitet. Alles in allem ein ulkiger Abend und viel bil­liger als gedacht.