Nach kurzer Rast machten wir uns auf Matsuyama zu erkunden und die Burg zu besichtigen. Ob man es glaubt oder nicht: Auf dem Weg zur Burg, wir waren schon gut am Schwitzen, überholte uns ein joggender Japaner in langer(!) Sportkleidung. Schon ein leicht verrückter Menschenschlag. Oben angekommen hatten wir einen schönen Überblick über Matsuyama. Die Burg selber war leider schon geschlossen. Also machten wir uns wieder auf den Weg und liefen zum Onsen. Dort angekommen, konnten wir eine Spieluhr bewundern die sich gerade aus dem Socken ausfuhr. Auf der Spieluhr wurden auf mehreren Ebenen Szenen aus dem Badeleben dargestellt.
Richtig schnuffig. Noch besser war allerdings das heiße Quellwassser in das man seine Füße hängen dufte. Das Onsen selber schauten wir uns nur von außen an. Es war einfach zu viel los und wir hatten das Quellwasser ja auch im Hotel. Mit der Tram ging es dann wieder zurück ins Hotel. Jeannine nahm dann dort (zur Frauenbadezeit im großen Bad) ein Bad und war hinterher so richtig begeistert.
Da wir beide Hunger hatten machten wir uns auf was zu Essen zu suchen. Wir einigten uns dann darauf billig zu essen und noch was trinken zu gehen. Immerhin hatten wir noch Nins Prüfungen, meinen GB-Tag und Diplomarbeitabgabe und noch das ein oder andere zu feiern.
Das Problem mit japanischen Bars ist, dass man von außen nicht sieht was drin ist. Man stelle sich ein Hochaus mit lauter Bars vor. Mehr als der Name der Bar ist aber nicht sichtbar. Man kann mit dem Aufzug in jeden Stock fahren und steht dann in einem sterilen Korridor vor einer Tür und hat keine Ahnung was dahinter ist. So richtig konnten wir uns dann nicht entschließen. Auf dem Weg nach draußen fanden wir dann ein Schild “Jazz-Bar” und entschlossen uns dort hin zu gehen. Wie es uns dort ergangen ist, ist einen eigenen Eintrag wert und kommt gleich nachher.
Nachdem wir von der Jazz-Bar wieder in Hotel gefunden hatten (was sehr einfach war, da das Hotel nur ein paar Häuser weiter lag), deckten wir uns erst im Combini mit Getränken ein und gingen dann auf unser Zimmer. Ich musste dann ein Versprechen einlösen und auch mal ins “Ofuro” gehen. Auf dem Weg dorthin traf ich dann eine Japaner, der sich sehr unschlüssig war, ob er denn jetzt auch ins “Ofuro” gehen soll oder nicht. Jeannine hatte mich ja schon vorgewarnt, dass Japaner was Ausländer und öffentliche Bäder angeht sehr eigen sind. Ich bemühte mich um so mehr alles richtig zu machen. Wusch mich, seifte mich gründlich ein (so das es richtig schaumte), wusch mich, seifte mich nochmal ein und wusch mich nochmals. Erst dann traute ich mich ins Becken. Trotzdem vertrieb ich mindestens den Japaner der vor mir kam. Mit der Zeit wurde es immer leerer im Bad, was auch daran liegen konnte, dass eine Gruppe ausländischer Touristen kam. Irgendwann hatte ich dann genug und ging wieder ins Zimmer. Im Zimmer angekommen, nutze ich dann erst mal den Internetanschluss um zu schauen was der Yen/Euro Kurs denn so macht. Leider hatte sich der Euro entschieden seinen Kursverlust dem Yen gegenüber fortzusetzen. Na ja, Geld hatten wir ja noch und das sollte auch noch ne Weile reichen.