Es kann gut sein, dass uns das Zimmer schon die Lust an Osaka verdorben hatte. Vielleicht war es auch die Hitze. Mein Beileid den Leichtathleten die hier bald ihre WM austragen werden. Wir schlossen unser Gepäck am Bahnhof wieder ein und stürzten uns ins Getümmel. Immerhin suchte ich noch Mitbringsel und Geburtstagsgeschenk für meinen Vater. Für den Rest der Familie hatte schon was. Jeannine suchte für den Flug noch was zu lesen und ansonsten wollten wir noch in ein Sento um nicht total verschwitzt in den Flieger zu steigen.
Nach ein paar Stunden und vielem Anrempeln, hatten wir aber schon gar keine Lust mehr auf Osaka. Wir suchten uns also erst mal einen klimatisierten Coffee-Shop und erholten uns ein wenig. Osaka ist einfach unglaublich nervig. Dauernd wackelt der Boden, dauernd wird man angerempelt und ganz schlimm: Fast überall in Japan steht man auf den Rolltreppen links und lässt rechts zum Gehen frei. Logisch bei Linksverkehr. Nur in Osaka steht man rechts und läuft auch ansonsten kreuz und quer. Irgendwann fanden wir schließlich auch noch was für meinen Vater. In einem „nobleren“, großen Kaufhaus fanden wir ein kleines Fass Sake. Um das Faß rissen sich dann fast 4 VerkäuferInnen um es einzupacken und es zu kassieren. Dann viel ihnen auf, dass wir Touristen sein und fragten, ob sie das Fass für den Flug nochmal besonders verpacken sollten. Der totale Wahnsinn wie viel Personal sich in Japan um einen Kunden kümmert. Ein klein wenig könnten sich die Unternehmen in Deutschland davon abschneiden. In Japan ist es aber schon fast zu viel Personal. Vor allem an Aufzügen. Da wird man teilweise extra gefahren und dann auch noch auf jedem Stock begrüßt.
Nachdem wir nun alles hatten, überlegten wir uns noch in ein Sento zu gehen. Leider lag das Sento aber ein Stück weit weg und wir hätten uns nochmals durch den Lärm der Spielhöllen und die Menschenmassen quälen müssen. Dazu hatten wir aber keine Lust mehr. So suchten wir unser Gepäck zusammen und fuhren gleich zum Flughafen. Auf dem Weg zum Flughafen erwischten wir erst mal keinen Sitzplatz im Zug. Als dann aber ein älterer Japaner ausstieg und uns bedeutet, dass bei ihm nun zwei Plätze frei seien nahmen wir dankend an. Viel zu früh auf dem Flughafen angekommen, packten wir erst mal unser Gepäck um, machten uns nochmal ein wenig frisch und zogen uns auch um. Jeannines Gastfamilie wollte vielleicht noch zum Flughafen kommen uns sich verabschieden. Leider haben sie es aber nicht mehr geschafft. Dafür freuten sie sich total über einen Anruf von Nin. Nach ein paar Stunden konnten wir einchecken und uns den Flughafen dann noch etwas genauer anschauen. Gefunden haben wir nichts mehr. Nur Getränke.
Am Gate angekommen sahen wir erst einen ziemlich kräftigen Mann zwischen zwei Uniformierten sitzen. Da wurde wohl jemand ausgewiesen. Sehr schön war allerdings, dass die beiden Uniformierten je einen Sitzplatz frei gelassen hatten. Bis jetzt hatten wir uns schon richtig erholt. Also dann aber eine Horde japanische Hausfrauen kam, die sich auf eine Bildunsreise nach Dubai aufmachten und sich na klar auch schon alle kannten, war es vorbei mit der Ruhe.