Schrieb ich doch gerade etwas von nicht durch den normalen Bürger verifizierbarer Gefahr, werde ich auch schon kurz darauf eines besseren belehrt: EU TERRORISM SITUATION AND TREND REPORT 2007 (gefunden hier)
Jetzt hab ich den Report gerade mal überflogen und will hier ein paar Abbildungen und andere Dinge zeigen die mir daran aufgefallen sind:
Im Text heißt es dann auch noch: “There were no successful Islamist terrorist
attacks in the EU in 2006. However, a coordinated but ultimately failed attack aimed at mass casualties took place in Germany.” Es gab also 2006 keinerlei erfolgreichen islamistisch motivierten Terroranschlag in der EU. Der geplante Anschlag war allerdings auf hohe Opferzahlen ausgelegt.
Was fällt einem hier auf?
Neben der Tatsache, dass dieser Bericht in den Massenmedien nicht erwähnt wurde oder zumindest so, dass ich es nicht bemerkte, sehe ich nach lesen dieses Berichts noch weniger Grund für Vorratsdatenspeicherung und Online-Durchsuchung. Es sieht ja so aus, als ob die “alten” Methoden schon reichen würden Anschläge zu vereiteln. Dazu kommt noch ein Satz aus dem Bericht: “The foiled plot in London demonstrates a high level of sophistication in the preparation of an attack and the ability to adapt to the latest security measures, as well as a high degree of creativity in attempting to circumvent them.” (…[zeigen]die Fähigkeit sich an die neusten Sicherheitsvorkehrungen anzupassen und eine hohe Kreativit bei dem Versuch diese zu umgehen.) Terroristen legen also einen hohen Erfindungsreichtum an den Tag um Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen. Wetten, dass die das auch mit der Vorratsdatenspeicherung und der Online-Durchsuchung schaffen?
Auch das Verhältnis der erfolgten Terroranschläge innerhalb der EU finde ich erwähnenswert. Die meisten Anschläge gehen auf das Konto ethnischer/separatistischer Gruppierungen wie der ETA. Für mich als kein Grund andauernd die “islamischer Terror-Gefahren-Keule” zu schwingen und damit begründen zu wollen, dass man die Grundrechte einschränken sollte. Ich hab eher den Eindruck, dass hier ein Feindbild installiert werden soll. Die Gefahr islamistisch motivierter Terroranschläge ist sicher gegeben, aber sie wird nicht viel höher sein als die eines rechts– oder linksextremen Anschlags in Deutschland, eher niedriger.
Das bringt mich dann auch schon wieder zum nächsten Punkt der mir ein wenig sauer aufgestoßen ist. Die Zahlen des Berichts beruhen auf den Meldungen der Mitgliedsländer und daher auch auf ihrer Einstufung was denn jetzt terroristisch war und was nicht. Wie man sehr gut an der Diskussion über den $129a und die militante gruppe das da im Eifer des Gefechts auch mal falsch eingestuft wird. Auch das Anschläge linker Gruppierungen als Terrorismus gewertet werden, während Anschläge von rechten Gruppierungen auf Einzelpersonen oder Personengruppen nur als Extremismus gewertet werden wundert mich ein wenig. Klar richten sich linke Angriffe eher gegen Staatseigentum oder –institutionen, ob das der Grund für die Einstufung ist?