Ich glaube über das BKA-Gesetz brauche ich nichts zu schreiben. Es sollte eigentlich jedem klar sein, dass damit unsere per­sön­liche Frei­heit und erst recht unsere Infor­ma­tions­frei­heit ange­grif­fen wird. Auch ist es klar, dass wir keinen polizeilichen Geheim­di­enst brauchen. Daher will ich was über die SPD-Landesverbände und ein wenig all­ge­mein was zum Parteiver­ständ­niss schreiben.

Ich finde es toll, dass sich Sach­sen nun der Stimme im Bun­desrat enthal­ten will. Noch besser finde ich es, dass der säch­siche Lan­desver­band sich gehen das BKA-Gesetz ausspricht. Was ich gar nicht ver­stehe und auch nicht gut heißen kann ist fol­gen­des. Ich wäre als Bun­desver­band auch angepisst, wenn meine Lan­desver­bände immer gegen meine Ideen Vorstel­lun­gen auf­begehren wür­den. Ich wäre auch als Koali­tion­spart­ner angepisst, wenn ich mich auf meinen Part­ner nicht ver­lassen kann, weil der seine Lan­desver­bände nicht unter Kon­trolle hat und dadurch unzu­ver­läs­sig wird.
ABER: Sollte es mir nicht zu denken geben, wenn sich in der Öffentlichkeit Protest regt? Gut der Protest wird tot­geschwiegen so gut es geht. Ist es dann nicht an der Zeit sich zumin­d­est mal zu fra­gen ob da nicht irgend­was schief läuft? Jetzt kommt da ein popeliger Lan­desver­band her und sagt: “Mit uns nicht.” Die zuge­hörige Lan­desregierung respek­tiert dieses Votum und dann kommt so was wie: “Die Oberen haben das aber doch ver­sprochen.” oder “Es geht doch nicht, dass jeder Lan­desver­band macht was er will.” Klar kann nicht jeder machen was er will. Klar soll­ten in die Entschei­dun­gen parteis­trate­gis­che Argu­mente mit ein­be­zo­gen wer­den. ABER: Ist es nicht so, dass es manch­mal Fra­gen gibt bei denen man sein Gewis­sen über Partei­in­ter­essen stellen muss und ihm fol­gen muss? Ist es nicht so, dass wenn ein paar “Bosse” vorgeben wo es lang geht und alle mehr oder weniger unkri­tisch fol­gen die Demokratie im Eimer ist oder sicher bald sein wird? Ist es nicht so, dass Demokratie auch von Gegen­sätzen lebt? Ist es nicht so, dass es Demokratie nur in dem Wis­sen geben kann, dass jeder Bürger ein Pri­vatleben hat und dieses auch pri­vat bleibt?