Eigentlich war der Flug nach Seat­tle auf die Hochzeit einer Gastschwester von Jean­nine ganz gut geplant. 6:30 in Nürn­berg los, ca. 13 Uhr in Seat­tle an. Los gekom­men sind wir auch um 6:30, angekom­men sind wir aber erst so gegen 21:30.
Ange­fan­gen hatte alles schon am 28.12. Das elek­tro­n­isch einchecken für den Flug Amsterdam-Seattle war aus irgendwelchen Grün­den nicht möglich. Da ich das Prob­lem mit KLM und Northwest/Delta aber schon mal hatte dachten wir uns nichts dabei.
In Nürn­berg beim Check-in wur­den wir dann erst mal in aus­ge­suchter fränkischer Fre­undlichkeit darauf hin gewiesen, dass wir ja gar nicht kom­plett eigecheckt seien. Dann kam aber der eigentliche Ham­mer. Der Flug war heil­los überbucht, warum kon­nte uns auch keiner erk­lären. Wir soll­ten doch in Ams­ter­dam an einem Trans­fer­desk oder am Gate nach einem Platz fra­gen, wir seien auf der Warteliste. Na gut, also erst mal auf zu unser ersten Sicher­heit­skon­trolle die nicht weiter wild war. Schuhe aus, Gür­tel aus, Jacken aus, durch­laufen und wieder anziehen — war ja nur ein innere­ruopäis­cher Flug.
In Ams­ter­dam angekom­men raus aus dem Flieger und gle­ich an den ersten Trans­fer­desk, der kon­nte uns nicht weit­er­helfen und meinte nur: “Gate”. Also weiter Rich­tung Gate, Passkon­trolle war zwis­chen­durch auch noch eine. Am Gate angekom­men erst nochmal an einem Trans­fer­desk nachge­fragt, die kon­nten uns dann wenig­stens sagen, dass sie nichts ändern kön­nen und wir doch ans Gate sollen. Am Gate angekom­men standen noch Pas­sagiere des vorheri­gen Fluges an. Also erst mal Kaf­fee trinken gegan­gen und dann wieder ans Gate. Dies­mal standen die Pas­sagiere nach Seat­tle an. Ne gute halbe Stunde später hat­ten wir dann unser erstes TSA-Interview an diesem Tag. Wohin, Wieso, elek­tro­n­is­che Geräte, wem gehört das Gepäck, wer hat es gepackt.… Dann wieder anste­hen, noch waren wir nicht am Gate-Desk. Also warten, und warten und warten. Inzwis­chen sah man auch schon eigene Pas­sagiere am Desk ste­hen und sitzen. Endlich am Desk angekom­men bemer­kete man schon, dass da nicht so wirk­lich gelassene Stim­mung herrschte. Den Grund erfuhren wir ziem­lich schnell: Delta hatte auf­grund tech­nis­cher Prob­leme einen kleineren Flieger geschickt als vorherge­se­hen, daher standen ca. 50 Pas­sagiere ohne Platz da. Eigentlich hat­ten wir uns da schon damit abge­fun­den nicht direkt nach Seat­tle zu kom­men oder eben einen Tag länger in Ams­ter­dam fest zu stecken. Es kam dann aber besser.
Wir wur­den von einem “Special-Team” abge­holt und auf dem Lauf­band zum Büro der KLM dann auch gle­ich gefragt ob wir 400 Euro in bar oder 600 Euro an Fluggutscheinen woll­ten. Wir entschlossen uns für bar. Später stellte sich dann her­aus, dass das 600 Euro Entschädi­gung seien oder 800 Euro Gutscheine. Na ja, da der Flug “nur” ca. 550 Euro gekostet hatte, waren 600 Euro nicht ger­ade schlecht. Die Flugge­sellschaft zahlt also für unseren Flug. Den beka­men wir dann auch bald mit­geteilt. Über Min­neapo­lis nach Seat­tle. Ins­ge­samt 9 Stun­den mehr Reisezeit, davon ca. 4h mehr Flug. Kurz darauf erfuhren wir, dass wir nach Min­neapo­lis umsonst Bussines Class fliegen durften. Auch gut, haben wir noch nie gemacht. Trotz­dem ging es dann wieder zurück zum Gate um hier dann nochmal durch die TAS-Interviews zu gehen. Danach kam dann die Sicher­heit­skon­trolle. Jeder Pas­sagier wurde einzeln kom­plett abge­tastet nach­dem man bis auf Hose und Shirt alles ausziehen durfte. Danach wurde jedes Handgepäck nochmal von Hand durch­sucht. Inzwis­chen bin ich übrigens nicht mehr ganz sicher ob ich “Nack­tscan­ner” so schlecht finde, abtas­ten ist auch nicht ger­ade so schön, eher sogar ziem­lich unan­genehm.
Von jetzt an ging die Reise eigentlich ganz prob­lem­los weiter. Auch wenn der let­zte Flug von Min­neapo­lis nach vom Gefühl her auch eher unnötig war, das lag aber eher an der lan­gen Reisezeit. Der Flug in der Bussines Class war übrigens dur­chaus mal ein Erleb­nis, so würde Fliegen richtig Spaß machen. Hier nur mal ein paar Dinge die anders waren:

  • Die Sitze — man kon­nte sie fast kom­plett hor­i­zon­tal stellen
  • Die Bein­frei­heit — man kam kaum an die Taschen des vor einem ste­hen­den Sitzes ran ohne aufzustehen
  • Der Ser­vice — direkt nach dem Ein­steigen gan es was zu trinken, Wasser stand schon am Platz und wurde während des Fluges auch immer wieder aufegfüllt
  • Das Essen, es gab ein 3 Gänge-Menue auf richti­gen Tellern mit viel zu viel Besteck
  • Die Getränke gab es in Gläsern und Tassen
  • Wenn das nur nicht so unver­hält­nis­mäßig teuerer wäre als Econ­omy zu fliegen kön­nte man das glatt öfter machen.

    Ach ja, die Sicher­heitschecks inner­halb der USA waren ein Witz ver­glichen mit denen in Europa.….