Heute veröffentlichte Wikileaks.org dieses Video:
Gezeigt wird ein Zwischenfall vor 2 Jahren im Irak, bei dem unter anderem 2 Journalisten ums Leben kamen. Bis jetzt waren scheinbar alle Bemühungen das Video zu veröffentlichen am Widerstand des Pentagon gescheitert.
Nachdem ich das Video heute morgen angeschaut hatte lies es mich den ganzen Tag auch kaum wieder los. Zum einen wäre ich anhand dieses Videos in einer Stresssituation nicht in der Lage zwischen einer Waffe und eine Kamera zu unterscheiden, auch die beiden Kinder im Van hätte ich wohl übersehen. Zum anderen fand ich die Sprache der Soldaten abstoßend, die schienen ja richtig wild aufs rumballern zu sein. Keine Ahnung was in denen in dem Moment vorging, keine Ahnung allerdings auch, was in Menschen vorgeht die sich vor sich selber rechtfertigen wollen um jemanden zu töten.
Trotzdem erscheint es mir in diesem Falle falsch die Soldaten als killersüchtige, kranke, entmenschlichte Menschen hinzustellen. Krieg bringt nun eben nicht gerade die edelsten und schönsten Seiten von Menschen an das Tageslicht — Krieg ist schmutzig und wird die “sauber” oder “chirurgisch” sein.
Was mich auch schon zum eigentlichen Punkt bringt, der mich an der ganzen Sache massiv ärgert. Warum wurde hier nicht von Anfang an mit offenen Karten gespielt? Warum muss erst durch irgendwelche mehr oder weniger dunklen Kanäle bekannt werden, dass das Militär der Presse nicht die ganze Wahrheit gesagt hat? Warum meint das Militär die Öffentlichkeit für dumm verkaufen zu müssen? Mir fällt da spontan eigentlich nur ein Grund ein:
Wenn wir wirklich alle wüssten, wie grausam, schmutzig Krieg nun mal ist, dann würden militärische Kräfte massiv an Rückhalt in der Öffentlichkeit verlieren.
Aber mal ganz ehrlich; wenn wir es uns abends mit einem Bier in der Hand auf der Couch gemütlich machen und wir hören mal wieder wie gut/schlecht der Krieg im Irak/Afgahnistan oder sonst wo läuft: Wer will denn überhaupt wissen wie grausam Krieg ist/sein kann?