Horst Köh­ler tritt zurück und hin­ter­lässt ein Land ohne Präsi­dent. Ob der Rück­tritt in dieser Form sin­nvoll, oder gar richtig ist, wage ich nicht zu beurteilen. Doch plöt­zlich bietet sich die Möglichkeit das höch­ste Staat­samt neu zu beset­zten und dabei einen Bun­de­spräsi­den­ten (oder Präsi­dentin) zu wählen die mehr in der Öffentlichkeit präsent ist und aktuelle gesellschaftliche Debat­ten begleitet.

Dazu muss das Amt aber von einer Per­son aus­ge­füllt wer­den, die poli­tisch unab­hängig und vor allem gesellschaftlich rel­a­tiv unbe­lastet ist. Im Moment (zumin­d­est laut Spiegel Online) sind 16 Kan­di­daten in der “näheren” Auswahl:
Wolf­gang Schäu­ble, Nor­bert Lam­mert, Jür­gen Rüttgers, Chris­t­ian Wulff, Ursula von der Leyen, Annette Schvan, Klaus Töpfer, Edmund Stoiber, Gesine Schwan, Mar­got Käß­mann, Petra Roth, Richard Schröder, Peer Stein­brück, Joachim Gauck, Joschka Fis­cher, Wolf­gang Huber.
Hier nur mal ein paar Gedanken zu ein paar der Kandidaten:

  • Wolf­gang Schäu­ble: Ihm traue ich das Amt dur­chaus zu, ich traue im auch zu rel­a­tiv poli­tisch unab­hängig zu sein, Erfahrung hat er auch.
  • Jür­gen Rüt­gers: Einen Poli­tiker in das höch­ste Staat­samt zu hieven der durch gespon­sorte Gesprpäch­ster­mine und andere Dinge aufge­fallen ist, halte ich für die falsche Wahl; da wird das Amt des Bun­de­spräsi­den­ten beschädigt.
  • Ursula von der Leyen: Durch die Debatte um Net­zsper­ren ist sie, meiner Mei­n­ung nach, nicht in der Lage gesellschaftliche Debat­ten zu begleiten. Ihr wird ein Großteil der jun­gen Gen­er­a­tion immer ihr Ver­hal­ten während dieser Debatte vorhal­ten. Ich muss ihr aber zu gute hal­ten, dass sie es geschafft hat poli­tikver­drossene Men­schen dazu zu brin­gen sich poli­tisch zu betätigen.
  • Wolf­gang Huber und Mar­got Käß­mann: Sie mögen beide noch so geeignet sein, ich bin aber für eine Tren­nung zwis­chen Staat und Kirche/Religion.
  • Joschka Fis­cher: Auch ihm würde ich das Amt zutrauen, irgend­wie würde es passen.

Soviel zu den Kan­di­daten. Müsste ich mich hier für einen entschei­den, wäre es wohl Joschka Fis­cher oder aber Wolf­gang Schäu­ble.
Auf gar keinen Fall würde ich mich für Ursula von der Leyen entschei­den. Eine Poli­tik­erin die während der Netzsperren-Debatte mit so viel Dem­a­gogie und nicht ganz kor­rek­ten Fak­ten (ich sag nur in Indien sei Kinder­pornogra­phie legal für ein Gesetz gek­mäpft hat, dass schwere handw­erk­liche Fehler hat und Teil des Wahlkampfs zur Bun­destagswahl 2009 war, ist für mich keine Per­son, die ich im höch­sten Staat­samt sehen will. Sollte sie Bun­de­spräsi­dentin wer­den, würde die Koali­tion einem Teil der Gesellschaft direkt vor den Kopf stossen.